Für eine gerechte, klimaneutrale Mobilität
Lücken schließen für wirksame Maßnahmen gegen Verkehrsarmut
Das Projekt wird nationalen und lokalen Stakeholdern dabei helfen, ihr Verständnis von Verkehrsarmut zu verbessern und Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung zu ergreifen.
Die Europäische Union räumt dem Grundsatz Niemanden zurücklassen bei der grünen Wende Vorrang ein. In diesem Rahmen wurde die Verkehrsarmut im Rahmen des Sozialklimafonds (SCF) als großes soziales Hindernis anerkannt. Verkehrsarmut bezeichnet die Unfähigkeit, sich den für grundlegende Dienstleistungen wie Arbeit, Bildung, Gesundheitsversorgung und soziale Teilhabe erforderlichen Verkehr zu leisten oder Zugang dazu zu erhalten. Um dieser Herausforderung zu begegnen, entwickeln die EU-Mitgliedstaaten nationale Sozialklimapläne, die darauf abzielen, dass die Klimapolitik sozial gerecht und inklusiv ist.
Trotz ihrer wachsenden Bedeutung auf EU-Ebene findet Verkehrsarmut in den nationalen und lokalen Politikdokumenten Kroatiens, Ungarns, Serbiens und Deutschlands kaum Beachtung. Diese Lücke besteht weiterhin, obwohl Verkehrsarmut eng mit sozialer Gerechtigkeit, Klimaschutz und nachhaltiger und emissionsarmer Mobilität verbunden ist. Das Fehlen gemeinsamer Definitionen, Daten und institutioneller Kapazitäten erschwert es politischen Entscheidungsträger*innen und lokalen Behörden, wirksame und inklusive Mobilitätslösungen zu entwickeln.
Das Projekt Für eine gerechte, klimaneutrale Mobilität (auf Engl.: Towards a Just and Climate Neutral Mobility) zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen, indem es das Verständnis für Verkehrsarmut, deren Ursachen und Folgen durch Wissen, Datenanalyse und Engagement auf lokaler Ebene in Kroatien, Ungarn, Serbien und Deutschland verbessert. Das Projekt wird nationale und lokale Interessengruppen und politische Entscheidungsträger*innen unterstützen, indem es Wissen, Instrumente und praktische Lösungen bereitstellt, die für die Entwicklung integrativer, klimaneutraler Mobilitätssysteme erforderlich sind, die für alle, insbesondere für schutzbedürftige Gruppen, funktionieren.
Ziele:
- Aufbau einer soliden Evidenzbasis zum Thema Verkehrsarmut
- Stärkung der institutionellen Kapazitäten und des Wissensstands
- Einbindung nationaler und lokaler Interessengruppen und Stärkung benachteiligter Gruppen
- Ermittlung und Förderung bewährter Verfahren und Lösungen
- Förderung lokaler Innovationen durch Klimathons
- Unterstützung der Umsetzung sozialer Klimapläne
- Förderung des EU-weiten Lernens und politischer Maßnahmen
Zentrale Aktivitäten:
- Entwicklung nationaler Definitionen und Indikatoren für Verkehrsarmut
- Durchführung von Umfragen und Diagnoseberichten zum Aufbau einer Evidenzbasis
- Stärkung öffentlicher Institutionen durch Kapazitätsaufbau und Co-Creation-Workshops
- Durchführung von Pilotprojekten zur Erprobung praktischer Lösungen
- Organisation von Klimathon-Veranstaltungen zur Förderung innovativer Ideen für emissionsarme Mobilität
Beteiligte Länder: Deutschland, Kroatien, Serbien, Ungarn
Projektinformationen
Für eine gerechte, klimaneutrale Mobilität
Projektförderzeitraum: Dezember 2025 – Februar 2028
Gefördert durch: Dieses Projekt ist Teil der Europäischen Klimainitiative (EUKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN).
Partner
Klima-Bündnis
Projektkoordination | Europaweit
Seit mehr als 35 Jahren arbeiten Mitgliedskommunen des Klima-Bündnis partnerschaftlich mit indigenen Völkern der Regenwälder gemeinsam für das Weltklima. Mit über 2.000 Mitgliedern aus mehr als 25 Ländern ist das Klima-Bündnis das größte Städtenetzwerk Europas, das sich für einen umfassenden und gerechten Klimaschutz einsetzt.
Oeko-Institut
Deutschland
Das Öko-Institut ist ein führendes unabhängiges europäisches Forschungs- und Beratungsinstitut, das sich für eine nachhaltige Zukunft einsetzt. Das 1977 gegründete Institut entwickelt Grundsätze und Strategien zur Verwirklichung der Vision einer nachhaltigen Entwicklung auf globaler, nationaler und lokaler Ebene. Das Öko-Institut beschäftigt rund 220 Mitarbeitende, darunter 150 Forschende an drei Standorten in Deutschland – Freiburg, Darmstadt und Berlin. Jedes Jahr arbeiten sie an mehr als 500 nationalen und internationalen Projekten in den folgenden Bereichen: Energiewende und Klimapolitik, Digitalisierung, Landnutzungswandel, grüner Wandel im Mobilitätssektor, Ressourcenwandel, nachhaltige Produktion und nachhaltiger Konsum, Nukleartechnologie, Umweltrecht und gerechter Wandel.
DOOR
Kroatien
DOOR (Gesellschaft für nachhaltige Entwicklungsplanung) ist eine 2003 gegründete zivilgesellschaftliche Organisation. Die Mission von DOOR ist die Förderung von Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen der Gesellschaft auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene, vor allem im Energiebereich.
REFLEX Umweltverband
Ungarn
Der 1987 gegründete Umweltverband REFLEX ist eine ungarische NGO. Der Hauptsitz und Beratungsbüro befinden sich in Győr, während das Ökologische Zentrum in Pápteszér liegt, inmitten der wunderschönen Naturlandschaft am Fuße des Bakony-Gebirges. Die Arbeit von REFLEX konzentriert sich hauptsächlich auf Klimaschutz, Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel/Klimaschutz, naturbasierte Lösungen, erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energiearmut, Kreislaufwirtschaft und damit verbundene Sensibilisierungsmaßnahmen. REFLEX unterhält vielfältige Arbeitsbeziehungen zu Kommunen, Institutionen, Bürger*innen, Schulen und NGO und war in den letzten Jahrzehnten an mehreren nationalen und EU-finanzierten Projekten beteiligt.
RES Foundation
Serbien
RES Foundation sammelt, analysiert und verbreitet Wissen für eine evidenzbasierte Politikgestaltung in den Bereichen Energie und Klimawandel, vor allem in Serbien, auf dem Westbalkan und in Südosteuropa.
Wir verstehen Luftverschmutzung, Energiearmut und die anhaltende Klimakrise als Symptome der zugrunde liegenden Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen sowie der ineffizienten Produktion, Verteilung und Nutzung von Energie.
Wir arbeiten daran, Partner*innen aus nationaler und lokalen Regierungen, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft für eine schnelle und gerechte Energiewende hin zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz zu gewinnen, zu unterstützen und anzuführen, um sicherzustellen, dass niemand ohne Ticket für unsere gemeinsame europäische, klimaneutrale Zukunft zurückbleibt
Sie haben Fragen? Wir sind gerne für Sie da!
Dr. Kristina Eisfeld
T. +49 30 240 882 77
E. k.eisfeld@climatealliance.org