MoveOn²
Radfahrende sichtbar machen
Radverkehr datenbasiert verstehen. Radverkehrsplanung digitalisieren.
Der Radverkehr spielt eine zentrale Rolle für nachhaltige Mobilität in Deutschland. Gleichzeitig fehlen vielerorts belastbare Daten darüber, wie Radinfrastruktur tatsächlich genutzt wird und wie sich Verkehrsströme entwickeln. Das Forschungsprojekt MoveOn² entwickelt Methoden, um große Radverkehrsdatensätze systematisch auszuwerten und neue Erkenntnisse über Mobilitätsmuster zu gewinnen. Grundlage sind unter anderem anonymisierte GPS-Daten aus der Kampagne STADTRADELN, bei der jährlich Millionen Fahrradkilometer aufgezeichnet werden.
Projekt & Relevanz
Die Förderung des Radverkehrs ist ein zentrales Ziel der deutschen Verkehrspolitik. Der Nationale Radverkehrsplan verfolgt das Ziel, den Radverkehrsanteil deutlich zu steigern und mehr Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dadurch sollen unter anderem Treibhausgasemissionen reduziert und nachhaltige Mobilität gestärkt werden. Aktuelle Ergebnisse der Mobilitätsstudie Mobilität in Deutschland (MiD) zeigen jedoch, dass diese Ziele bislang nur teilweise erreicht werden. Während der Radverkehr in vielen Städten wächst, ist die Entwicklung regional unterschiedlich und belastbare Daten zur tatsächlichen Nutzung fehlen vielerorts – insbesondere außerhalb großer Städte.
Hier setzen neue digitale Datengrundlagen an. Im Rahmen der Kampagne STADTRADELN werden jährlich Millionen von Fahrradkilometern erfasst. Die Forschungsprojekte MOVEBIS und MoveOn haben gezeigt, dass diese Daten wertvolle Einblicke in Radverkehrsströme ermöglichen. Das Projekt MoveOn² knüpft daran an und entwickelt Methoden weiter, um Radverkehr in Deutschland umfassender zu analysieren.
Ziele
MoveOn² macht den Radverkehr in Deutschland sichtbar, messbar und nutzbar. Das Projekt verfolgt das Ziel, die Datengrundlage für die Radverkehrsplanung flächendeckend und repräsentativ zu verbessern.
Dafür werden umfangreiche Mobilitätsdaten systematisch erfasst, ausgewertet und praxisnah bereitgestellt. Auf dieser Basis sollen Verkehrsströme, Nutzungsmuster von Radfahrenden – inklusive Pedelecs und (E-)Lastenrädern – und die Wirkung von Infrastrukturmaßnahmen besser verstanden werden. Gleichzeitig wird untersucht, wie Radverkehr und öffentlicher Verkehr miteinander verknüpft sind, um Umstiegsmöglichkeiten und Fahrradabstellanlagen bedarfsgerecht zu planen, insbesondere auch im ländlichen Raum.
Alle gewonnenen Daten, Modelle und Analysen werden über den BIKE MONITOR veröffentlicht, sodass Kommunen, Forschende und weitere Akteur*innen die Informationen direkt für Planung, Evaluation und Forschung nutzen können. So trägt MoveOn² nicht nur zur wissenschaftlichen Analyse bei, sondern liefert auch eine konkrete Entscheidungsgrundlage für eine nachhaltige und zukunftsfähige Radverkehrsplanung.
Projektinformationen
MoveOn2
Klima-Bündnis Services setzt das Verbundprojekt gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden (Professur für Verkehrsökologie) und der Vision Velo GmbH um. Im Fokus steht die Repräsentativität der Daten durch die Erweiterung der Stichproben. Dafür werden unterrepräsentierte Gruppen (vor allem Studierende und Berufspendelnde) zielgenau angesprochen und die STADTRADELN-App weiterentwickelt. Zudem werden durch die Unterscheidung von Fahrradtypen (insb. Pedelecs und (E-)Lastenräder) detailliertere Daten erhoben.
Projektförderungszeitraum: Januar 2026 – März 2029
Gefördert durch: Nationaler Radverkehrsplan (NRVP) des Bundesministeriums für Verkehr (BMV); Projektträger ist das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM)
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