30. Juli 2026

Pressemitteilung: Hitzeanpassung vor Ort – Kommunen brauchen politische Unterstützung

Klima-Bündnis fordert: Klimaschutz und Klimaanpassung müssen kommunale Pflichtaufgabe werden

Frankfurt am Main, 30. Juli 2026. In diesen Tagen haben viele Regionen Deutsch-lands erneut mit einer Hitzewelle und Temperaturen weit jenseits der 30 Grad zu kämpfen. Die Hitzeanpassung findet vor Ort statt, doch können Kommunen diese Aufgabe nicht alleine stemmen. Deshalb bestärkt das Klima-Bündnis seine Forde-rung an die Politik, Klimaschutz und Klimaanpassung als kommunale Pflichtaufga-ben zu verankern. Denn nur so können Kommunen diese zentralen Aufgaben auch tatsächlich bewältigen.

 

Durch die Klimakrise häufiger auftretende Hitzewellen belasten die Gesundheit und stellen besonders für Personen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen, Schwange-re und Kleinkinder eine Gefahr dar. Die anhaltend hohen Temperaturen verursa-chen Schäden an Infrastruktur, Landwirtschaft und Wirtschaft und beeinträchtigen die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden. Kommunen kommt bei der An-passung an Hitzewellen eine Schlüsselrolle zu. Sie schaffen Schatten durch Begrü-nung öffentlicher Räume, richten Trinkbrunnen und kühle Aufenthaltsorte ein, ent-wickeln kommunale Hitzeaktionspläne und sorgen dafür, dass besonders gefährde-te Bevölkerungsgruppen besser geschützt werden. Gleichzeitig müssen sie ihre Infrastrukturen – etwa der öffentliche Nahverkehr, Schulen, Kitas und Pflegeein-richtungen – an die Folgen zunehmender Hitze anpassen.

 

Trotz der wachsenden Herausforderung, die Klimaresilienz der Städte und Gemein-den zu erhöhen, sind Klimaschutz und Klimaanpassung rechtlich weiterhin freiwilli-ge Aufgaben der Kommunen. In der Praxis scheitert ihre Umsetzung deswegen zunehmend an ihrer äußerst angespannten Haushaltslage. Das Klima-Bündnis for-dert deshalb die Verankerung von Klimaschutz und Klimaanpassung in kommuna-len Pflichtaufgaben. Mit der Einführung einer neuen Gemeinschaftsaufgabe nach Art. 91a im Grundgesetz könnten Bund und Länder einen auskömmlichen Finanz- und Rechtsrahmen für kommunalen Klimaschutz und Klimaanpassung schaffen, der dem zunehmenden Handlungsbedarf gerecht wird.

 

Andreas Wolter, Vorstandsvorsitzender des Klima-Bündnis und Ratsmitglied der Stadt Köln: „Extremwetterereignisse wie die aktuelle Hitzewelle zeigen uns deutlich: Die Klimakrise ist kein Gespenst der Zukunft, sie ist längst in unserem Alltag angekommen. In der Klimaanpassung sind Kommunen zentrale Akteure. Um ihr Potenzial auszuschöpfen, mangelt es ihnen jedoch an finanziellen Mitteln. Bund und Länder müssen dringend handeln und Klimaschutz und Klimaanpassung auf kommunaler Ebene rechtlich und finanziell verlässlich verankern. Denn in der Debatte um Klimaanpassung darf nicht vergessen werden: Die langfristig effektivste Anpassung ist die Reduktion der Emissionen.“

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Julian Thoss

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