10. – 21. November 2025

COP30: UN-Klimakonferenz 2025

Die COP der Umsetzung

Nach dem Beginn des UN-Klimaprozesses auf der Rio Konferenz in 1992 und dem Abschluss der Verhandlungen aus dem Paris Abkommen von 2015, betonte die brasilianische Regierung auf dieser COP vor allem die Notwendigkeit der Umsetzung der Beschlüsse. Dafür wurde ebenfalls der Multilateralismus als wichtiges internationales Instrument gestärkt angesichts einer politischen Atmosphäre, die zunehmend von Isolationismus und der Idee „Macht ist Recht“ geprägt ist.

Außerhalb der Verhandlungsräume war die COP durch eine starke Präsenz der brasilianischen und internationalen Zivilgesellschaft sowie von indigenen Vertreter*innen geprägt. Das Klima-Bündnis, das seit mehr als 35 Jahren eng mit indigenen Organisationen im gesamten Amazonasbecken zusammenarbeitet, konnte die COP30 nutzen, um nicht nur die Stimmen der Städte und Gemeinden in ganz Europa zu vertreten, sondern auch unsere indigenen Partner*innen zu unterstützen, unsere Beziehungen zu stärken und die weitere Zusammenarbeit zu planen.

Entrance to COP30, Belém
Green Footprint campaign presentation at COP30
Group of people at COP30 side event
COP30 meetings with indigenous reps
COP30 Youth delegates
Meetings with indgenous peoples
COP30 side event panel

Die Klima-Bündnis Delegation

Das Klima-Bündnis Europa wurde in diesem Jahr durch den Vorstandsvorsitzenden Andreas Wolter aus Köln (DE) und Vorstandsmitglied Marc Serra Solé aus der Provinz Barcelona (ES) sowie durch den Geschäftsführer Thomas Brose und die Mitarbeitenden des Europäischen Sekretariats Silke Lunnebach und Andreas Kress vertreten. Das Klima-Bündnis Europa ermöglichte außerdem die Teilnahme von mehr als 15 Vertreter*innen indigener Völker und Nichtregierungsorganisationen vor Ort, darunter der indigene Gemeinschaft und Klima-Bündnis Mitglied von Sarayaku, Ecuador, dem Dachverband indigener Organisationen im Amazonasbecken (COICA), die Kara Solar Foundation und dem Umweltdachverband Österreich. Das Netzwerk ermöglichte darüber hinaus einer Reihe seiner Mitglieder und Partnerorganisationen den Online-Zugang zur COP30. Besonderer Dank gilt dem Klima-Bündnis Italien und dem Klimabündnis Österreich für ihre Unterstützung bei der Akkreditierung.

Katty Gualinga

Indigene Gemeinschaft von Saryaku (Ecuador)

In den Nachrichten hieß es, diese COP wäre anders, da sie zum ersten Mal in Amazonien organisiert wird. Ich hatte große Hoffnungen, dass die indigenen Völker wirklich daran teilnehmen könnten, aber leider ließen die Bedingungen eine direkte Beteiligung der Indigenen nicht zu. Aus diesem Grund kam es zu Protesten, um das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie Unternehmen die Gebiete der Indigenen ausbeuten. Es ist einfach bedauerlich, dass nach all den COPs, die bereits organisiert wurden, die Menschenrechte in den Gebieten der Indigenen weiterhin mit Füßen getreten werden. Aber es gibt auch Hoffnung, da die indigene Bewegung mehr denn je vereint ist, um das zu schützen, was vom Amazonasgebiet noch übrig ist.

Alexandra Kandzi

Kommunale Klimaschutzgesellschaft Weserbergland (DE)

Die vielen verschiedenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Initiativen und NGOs, die ihre Projekte und Lösungen vorgestellt haben, haben mich beeindruckt. Es gibt so viele Ideen und Möglichkeiten, so viel Positives und Engagement, um Klima und Biodiversität zu retten. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass diese Menschen oft ziemlich verzweifelt sind: Sie wissen um die Kraft ihrer Lösung, fürchten aber, erneut überhört zu werden, während die großen „Verschmutzer“ weiter einfach ihr Ding machen – ohne Rücksicht auf Verluste. Belém hat mich noch mehr fragen lassen, wie sich diese Schieflage der Macht ausgleichen lässt. Dennoch war es für mich etwas Besonderes, an Veranstaltungen der COP teilnehmen zu können – etwas, das jeder einmal erleben sollte.

Miguel Guimares Vasquez

AIDESEP (Peru)

Wie schon bei früheren COPs fordern wir direkten Zugang zu Finanzmitteln, um unsere Gebiete zu schützen, in denen wir mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert sind, darunter illegaler Bergbau, die Ausweitung von Monokulturen, Palmölplantagen und vor allem der Drogenhandel, der indigene Gemeinschaften ihrer Gebiete beraubt und gleichzeitig große soziale und ökologische Auswirkungen hat. Es ist wichtig, dass die indigenen Völker bei der COP30 zusammenstehen und unser Engagement bekräftigen, weiter an der Agenda zu arbeiten, die uns verbindet. Auch wenn unsere Bemühungen oft nicht gewürdigt werden, leisten wir Tag für Tag wichtige Arbeit, um die Klimakrise zu verlangsamen.

Klima-Bündnis auf der COP30

Entry to COP30 in Belém

Der Klima-Bündnis Stand

10. – 15. November | Ausstellungsfläche #47
In der ersten Woche der Veranstaltung besuchten uns die Teilnehmenden der COP30 an unserem Stand, wo wir unser Netzwerk, kommunale Klimaschutzmaßnahmen in ganz Europa und unsere Partnerschaft mit indigenen Völkern in ganz Amazonien für Klimagerechtigkeit vorstellten!
Der Stand wurde gemeinsam mit dem Klimabündnis Österreich und dem Klima-Bündnis Italien organisiert.

Green Footprints preliminary presentation at COP30

Erste Präsentation der Kindermeilen-Kampagne

11. November um 14:00 | Blue zone
Jedes Jahr endet die Sensibilisierungskampagne des Klima-Bündnis für Kindergarten- und Schulkinder auf dem UN-Klimagipfel mit der Präsentation aller Fußabdrücke, die Kinder in ganz Europa im Namen des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit gesammelt haben. In diesem Jahr wurden die Bemühungen und Hoffnungen der Kinder zweimal vorgestellt. An dieser Präsentation im Vorfeld der finalen Übergabe mit der stellvertretenden Exekutivsekretärin der UNFCCC, Noura Hamladji, nahmen Klima-Bündnis Vorstandsvorsitzender Andreas Wolter und Jugenddelegierte teil.

COP30 Side Event at the German Pavillion

Umsetzung gerechter und inklusiver Klimaschutzmaßnahmen auf lokaler Ebene

11. November von 16:30 bis 17:30 Uhr | Deutscher Pavillon
Städte und Gemeinden spielen eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung wirksamer und gerechter Klimaschutzmaßnahmen. Kommunale Programme müssen Emissionsreduktionen mit sozialer Inklusion in Einklang bringen, um eine Verschärfung von Ungleichheiten oder den Verlust der öffentlichen Unterstützung zu vermeiden. In dieser Session wurde untersucht, wie Städte Klimaschutzmaßnahmen in den Bedürfnissen der Bevölkerung verankern und welche nationalen und internationalen Rahmenbedingungen erforderlich sind, um gerechte und inklusive lokale Klimapolitik zu unterstützen.
Diese Nebenveranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit ICLEI ermöglicht.

Thomas Brose at the We Don't Have Time Climate Hub during COP30

We Don’t Have Time Climate Hub Tag 1 – Der erste Treibstoff: Von Energieversprechen zu effizientem Handeln

11. November von 16:30 bis 17:15 (20:30 bis 21:15 CET) | online
Während der COP30 strahlte die Plattform „We Don’t Have Time“ über ihren Climate Hub eine Reihe von Sendungen aus. Der Geschäftsführer des Klima-Bündnis, Thomas Brose, war einer der Gäste in der ersten Folge von „Energy Efficiency First“ – einer Serie darüber, wie EU-Politiker*innen, Städte und Innovator*innen den Weg in eine energieeffizientere Zukunft weisen, wie man im Klimaschutz zusammenarbeitet und wie man die Chancen der Umstellung auf Netto-Null nutzt.
Die Sendungen wurden von der Generaldirektion Energie (GD ENER) der EU in Auftrag gegeben.

Indigenous represnetatives at COP30

Die zentrale Rolle indigener Völker und lokaler Gemeinschaften bei einer gerechten Energiewende

13. November von 16:45 bis 18:15 | Raum 5
Bei dieser offiziellen Nebenveranstaltung berichteten Vertreter*innen indigener und anderer Gemeinschaften über ihre Erfahrungen mit Rohstoffabbau und kohlenstoffarmen Technologien. Sie teilten ihre Sichtweisen zum Umgang mit falschen Lösungen und zur Förderung gerechter Klimainitiativen, um eine von der Gemeinschaft getragene Energiewende voranzutreiben, die in tiefen Beziehungen zum Land und zu Ökosystemen verwurzelt ist.
Diese Nebenveranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der American Anthropological Association, dem Klimabündnis Österreich, dem Klima-Bündnis Italien, dem Deutschen Institut für Entwicklung und Nachhaltigkeit, dem Institut für Entwicklungsstudien und INFOE ermöglicht.

Group of people holding psoters and posing for the camera

Kindermeilen Kampagnenfinale

17. November um 14:00 | Blue zone
Die Abschlusspräsentation der Kindermeilen-Kampagne des Klima-Bündnis bildet den Höhepunkt dieser Sensibilisierungskampagne für Kindergartenkinder und Schüler*innen. Hier wurden die Ergebnisse der Bemühungen von Kindern aus ganz Europa symbolisch an die stellvertretende Exekutivsekretärin der UNFCCC, Noura Hamladji, übergeben.
Pressemitteilung

Meetings with indigenou representatives at COP30

Der Amazonas ist nicht zu verkaufen: Finanzierung von Schutzmaßnahmen unter indigener Führung als Alternative zum grünen Kolonialismus

19. November von 18:30 bis 20:00 | Raum 8
Während indigene Völker keinen Zugang zu Klimafinanzierungen haben, werden REDD+ und Kohlenstoffmärkte ohne ihre freie, vorherige und informierte Zustimmung gefördert, wie es in der Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte indigener Völker vorgeschrieben ist. Diese Nebenveranstaltung deckte den grünen Kolonialismus auf und setzte sich stattdessen für von Indigenen geführte Schutzmaßnahmen und nicht marktbasierte Finanzierungen ein.
Diese Nebenveranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit Planète Amazone, Action Solidarité Tiers Monde (ASTM/Climate Alliance Luxembourg) und Global Justice Ecology Project ermöglicht.

Haben Sie Fragen zu COP30? Wir sind gerne für Sie da.

Silke Lunnebach

T. +49 69 717139 -32
E. s.lunnebach@climatealliance.org