16. April 2026

Solarenergie im amazonischen Regenwald

16. April 2026, online

Erneuerbare Energien als Instrument für indigene Selbstbestimmung und den Regenwaldschutz

Sehr viele indigene Gemeinden im Amazonasgebiet haben keinen Zugang zum öffentlichen Stromnetz. Um eigene Lösungen voranzubringen, versuchen viele indigene Organisationen, Strategien und Initiativen zur Förderung des Einsatzes dezentraler erneuerbarer Energien im Amazonasgebiet zu entwickeln und voranzutreiben. Solche Ansätze sind an die lokalen Gegebenheiten angepasst und werden von den Gemeinden selbst umgesetzt – so wie die Installation von kleineren Solarstromanlagen zur Energie-Grundversorgung. Diese sollen die oftmals gegebene Abhängigkeit von der Nutzung teurer wie gesundheits- und umweltschädlicher Dieselgeneratoren und Kerosinlampen verringern oder ersetzen.

Der Zugang zu sauberer und kostengünstiger Energie trägt zur Stärkung der Energieautonomie und Verbesserung der Lebensqualität in den indigenen Gemeinden bei. Er stattet die indigenen Bewohner*innen des Regenwaldes zudem mit den notwendigen Werkzeugen aus, um ihr Land besser überwachen und vor Bedrohungen schützen zu können. Über digitale Kommunikationssysteme können sie die interne Koordination und Abstimmung mit Verbündeten verbessern, sich Gehör verschaffen und ihre Präsenz in angestammten Territorien stärken, die wachsendem Druck von außen ausgesetzt sind. Dergestalt ist die Nutzung dezentraler Solartechnik auch ein wichtiges Instrument zur Stärkung der Rechte und Selbstbestimmung indigener Völker – und damit auch ihres Einsatzes für den Schutz des amazonischen Regenwaldes in einer Zeit, in der ihre Führungsrolle im Kampf gegen die Klima- und Biodiversitätskrise unerlässlich ist.

Die Veranstaltung soll einen Beitrag dazu leisten, die Notwendigkeit, Potenziale und bisherige Erfahrungswerte aus der Praxis der Nutzung von Solarenergie in Amazonien besser einschätzen zu können. Gleichsam versteht sich die Veranstaltung als offener Dialog und Austausch darüber, wie eine „Solarkooperation“ zwischen Berlin und den indigenen Munduruku vom mittleren Tapajos im brasilianischen Amazonasgebiet als ein (weiterer) konkreter Ansatz für ein aktives landespolitisches Engagement angegangen und umgesetzt werden könnte. Seit Mitte 2022 werden die Munduruku über die Initiative „Berlin aktiv im Klima-Bündnis“ aus Mitteln des Landes Berlin unterstützt.

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Energietage 2026 statt und ist eine Aktivität von FDCL e.V. in Kooperation mit dem Lateinamerika Forum Berlin e.V. und der Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. (ASW) im Rahmen der Initiative „Berlin aktiv im Klima-Bündnis“.