1990 – 2020 | Eine Reise über 30 Jahre

Unser Bündnis für das Klima hat in den letzten 30 Jahren einen langen Weg zurückgelegt. Hier sind einige der Höhepunkte...

Die 1990er Jahre

1990 wird der Grundstein für das Klima-Bündnis gelegt. Delegierte aus Amazonien, Vertreter*innen aus zwölf Städten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und 15 Organisationen treffen sich zu einem Arbeitstreffen in Frankfurt am Main.

v.l. Andreas von Schöler (ehemaliger Bürgermeister, Frankfurt am Main), Evaristo Nugkuag (ehemaliges Klima-Bündnis-Vorstandsmitglied), Lioba Rossbach de Olmos (ehemalige Klima-Bündnis-Mitarbeiterin) in Frankfurt am Main, 1992.

Das Klima-Bündnis Italien wird 1991 gegründet.  Ein Jahr später unterzeichnen 16 Städte (AT, D, IT, NL) die Gründungserklärung des Vereins „Klima-Bündnis“. 1992 entsteht der Vorstand aus Vertreter*innen der Mitgliedskommunen.

Das Klima-Bündnis erhält 1993 die amtliche Anerkennung als gemeinnütziger Verein. Ein Netzwerk aus Europäischer Geschäftsstelle in Frankfurt am Main, Deutschland, und nationalen Kontaktstellen in Italien, den Niederlanden und Österreich entsteht. Die erste Jahreskonferenz findet in Enschede, Niederlanden statt und das Klima-Bündnis Niederlande (Klimaatverbond) bildet sich. Die Mitglieder richten die erste Arbeitsgruppe „CO2-Reduktionsstrategien im Klima-Bündnis“ (heute CO2-Monitoring) ein.

1994 arbeitet das Klima-Bündnis an seinem ersten EU-Projekt. Eines der Ergebnisse ist die erste Version des Klima-Bündnis-Maßnahmenkatalogs als Checkliste für die Mitglieder. Das Klima-Bündnis Österreich wird ins Leben gerufen.

1995 werden Klima-Bündnis Luxemburg und Schweiz gegründet. In diesem Jahr werden auch die Themen Biodiversität und intellektuelle Eigentumsrechte in Partnerschaft mit indigenen Völkern erarbeitet und eine erste Studie über die Rechte indigener Völker in den Amazonasstaaten durchgeführt. Das Klima-Bündnis wächst weiter und erreicht 1996 die 500-Mitglieder-Marke.

Die Gründung eines Europäischen Koordinationsgremiums stärkt 1997 die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Geschäftsstelle und den mittlerweile sieben nationalen Koordinations- und Kontaktstellen. Im Herbst legt das Klima-Bündnis auf der UN-Klimakonferenz in Kyoto einen ersten Statusbericht vor, der erstmals Umfang und Bandbreite des kommunalen Engagements einer internationalen Öffentlichkeit präsentiert.  Das Klima-Bündnis stellt 1999 seinen Mitgliedern das Künstlerprojekt „Grün“ vor. Durch die Beteiligung von Städten sollen Finanzmittel für indigene Projekte generiert werden.

Die 2000er Jahre

Gewinner*innen der ersten Climate Star Verleihung, 2002.

Die Mitgliedskommunen verabschieden 2000 die Bozen-Erklärung als zusätzliches Grundsatzdokument. Neben der Halbierung der CO2-Emissionen als mittelfristiges Ziel, wird auch ein klimaverträglicher Wert für alle Treibhausgasemissionen pro Einwohner*in als langfristiges Ziel definiert.

Mit Kampagnen macht das Klima-Bündnis auch 2002 weiter auf den Klimaschutz aufmerksam. Ein Staffellauf sorgt in Österreich bereits zum zweiten Mal für Aufmerksamkeit. Die Europäische Mobilitätswoche unter dem Motto „In Town without my car“ findet zum ersten Mal statt. 30.000 Kinder sammeln im Rahmen der Klima-Bündnis-Kampagne „Kindermeilen“ durch umweltfreundliche Fortbewegung Grüne Meilen, zunächst in Deutschland, später in ganz Europa. Das Klima-Bündnis vergibt zum ersten Mal die Klimaschutzauszeichnung „Climate Star“.

Im Rahmen einer Projektpartnerschaft mit FORMABIAP, einem Programm zur Ausbildung von indigenen Lehrer*innen startet 2004 das Solarlampen-Projekt in Iquitos, Peru. In Kooperation mit den Lehrkräften wird diese neue Technik in den Gemeinden bekannt gemacht.

Das Klima-Bündnis konkretisiert 2006 das Ziel der CO2-Reduktion. Alle fünf Jahre sollen die Emissionen um zehn Prozent reduziert werden. Dies entspricht einer Halbierung der Pro-Kopf-Emissionen (Ausgangsjahr 1990) bis spätestens 2030.

Eine der wichtigsten Entwicklungen für das Klima-Bündnis in 2007 ist die Eröffnung eines Büros in Brüssel, das vorerst mit einer Mitarbeiterin besetzt ist. Es vertritt das Klima-Bündnis gegenüber EU-Kommission und EU-Parlament sowie allen europäischen Initiativen und Veranstaltungen.

Zeremonie des Konvents der Bürgermeister im EU-Parlament, 2008.

Auf der Internationalen Jahreskonferenz "Klimaschutz überschreitet Grenzen" im Jahr 2008, die gleichzeitig in Aachen, Deutschland, und Heerlen, Niederlande, stattfindet, wird ein erster Entwurf des Konvents der Bürgermeister präsentiert. Im gleichen Jahr startet erstmals die STADTRADELN-Kampagne in Deutschland, die in den Folgejahren in Luxemburg (TOUR Du DUERF) und später auch in weiteren europäischen Ländern umgesetzt wird. Zudem entwickelt das Klima-Bündnis in diesem Jahr das CO2-Monitoring-Instrument EcoSpeed Region. Klima-Bündnis Ungarn bildet sich 2009.

Die 2010er Jahre

Die Mitgliederversammlung 2010 beschließt im Rahmen der Jahreskonferenz die Resolution zu Ecuadors ITT-Initiative. Der Yasuní Nationalpark soll damit vor Erdölförderungen geschützt werden. 2011 baut das Klima-Bündnis im Rahmen des Konvents der Bürgermeister OST seine Aktivitäten östlich der EU aus.

Um den Austausch und konkrete Anträge zu Finanzierungen anzuregen, gründet das Klima-Bündnis 2012 die Arbeitsgruppe zu Finanzierung. Außerdem wird in diesem Jahr die von der indigenen Partnerorganisation COICA eingebrachte Resolution für ein „Indigenes REDD+-Konzept“ beschlossen. Die Erklärung beinhaltet Alternativen REDD-Mechanismus der UN-Klimakonferenz zur Einbeziehung der Wälder in den Emissionshandel.

Familienfoto Jahreskonferenz Luxemburg, 2014.

2014 entwickelt das Klima-Bündnis mit Hilfe der Arbeitsgruppe zu CO2-Monitoring das österreichische Klimabilanztool.  Die anerkannte Schwesterinitiative des Konvents der Bürgermeister „Mayor’s Adapt“  rückt das Thema Anpassung an den Klimawandel in den Fokus. Etwas mehr als ein Jahr später wird sie thematisch mit der Namensänderung des Konvents zu „Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie“ in die Hauptinitiative integriert.

Das Netzwerk ruft 2015 die Klima-Bündnis-Arbeitsgruppe zu Anpassung an den Klimawandel ins Leben In diesem  Jahr entsteht die Kampagne „Gutes Leben ist einfach“ mit dem Ziel, das Bewusstsein der Bürger*innen für den globalen Einfluss unserer Alltagsentscheidungen zu schärfen.

Mit dem Klimaschutz-Planer ergänzt der Verein 2016 sein Angebot mit einem Bilanzierungsinstrument für Mitgliedskommunen in Deutschland. Der EU-Ausschuss der Regionen unterstützt 2017 offiziell die Positionen des Klima-Bündnis zur Anpassung  in einer Stellungnahme zur EU-Anpassungsstrategie.  

Ein neuer Bericht des IPCC veranlasst 2018 auch das Klima-Bündnis an Politik und Gesellschaft zu appellieren. Die globale Erderwärmung muss auf 1,5°C begrenzt werden. Diesen Punkt betonen Klima-Bündnis-Mitglieder in der Erklärung von Barcelona.

Tine Heyse, Klima-Bündnis-Vorstandsvorsitzende, und Karl-Heinz Lambertz, Vorsitzender des EU-Ausschusses der Regionen unterzeichnen den Aktionsplan, 2019.

2019 verabschieden das Klima-Bündnis und der Europäische Ausschuss der Regionen einen Aktionsplan, um den Einfluss der lokalen und regionalen Ebene im Kampf gegen den Klimawandel zu stärken. Der Notstand im Amazonasbecken spielte auch auf der diesjährigen Jahreskonferenz eine große Rolle. Insgesamt 88 Städte unterzeichnen eine Erklärung, in der sie gemeinsame Maßnahmen zum Schutz der indigenen Völker des Amazonasbeckens und des Amazonas-Regenwaldes fordern.

Heute

2020 feiert das Klima-Bündnis 30-jähriges Jubiläum. Es ist ein entscheidendes Jahr im globalen Klimaschutz sowie beim Klima-Bündnis. Das Jahr soll dazu dienen, die letzten 30 Jahre zu reflektieren und den Weg für die kommenden 30 Jahre zu ebnen.