Perchtoldsdorf im Klimanotstand

Gemeinsam in eine klimagerechte Zukunft

Seit knapp drei Jahrzehnten setzt sich Perchtoldsdorf intensiv für Umwelt- und Klimaschutz sowie für das Vorantreiben der Nutzung erneuerbarer Energie ein. Damit nimmt die Gemeinde eine Vorreiterrolle ein. Als zweite Gemeinde in ganz Österreich schloss sich Perchtoldsdorf am 18. Juni 2019 der Klimanostandsbewegung mit ihrem Klimaschutzmanifest an, das eine Prüfung auf Klimarelevanz bei allen kommunalen Beschlüssen vorsieht. Noch im selben Jahr verkündete der österreichische Nationalrat den Klimanotstand auf nationaler Ebene. Alle Gemeinden waren aufgerufen, konkrete Klimaschutzprogramme zu entwickeln. “Gemeinden kommt bezüglich Aktionismus und Initiativen eine immer wichtigere Rolle zu. Durch die Nähe zu den Menschen vor Ort, ihren Bedürfnissen und Sorgen haben viele Gemeinden ein feines Sensoriums für Zukunftsfragen entwickelt”, kommentiert der Perchtoldsdorfer Bürgermeister Martin Schuster.

Seither ist in Perchtoldsdorf viel passiert. Allein 2020 wurden die Bebauungsvorschriften geändert und das neue Gesamtmobilitätskonzept “mobil2030” entwickelt. Ein besonderes Augenmerk legt Perchtoldsdorf auf das Thema Biodiversität. Am 25. März 2021 nahm der Gemeinderat einstimmig einen von Bürgermeister Martin Schuster und Vizebürgermeister Christian Apl eingebrachten Antrag an. Dabei handelt es sich um ein Bekenntnis zur aktiven und umfassenden Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt in der Marktgemeinde Perchtoldsdorf.

Perchtoldsdorf setzt im Klimaschutz auch auf Einbindung und Gemeinschaftlichkeit, wie die Initiative “Perchtoldsdorf4future” im letzten Jahr gezeigt hat. Unter dem Motto “Gemeinsam für mehr Lebensqualiät” bietet die Gemeinde allen Bürger*innen die Möglichkeit, die Dekarbonisierungsstrategie von Perchtoldsdorf aktiv mitzugestalten. Im Rahmen von Aktionsgruppen können sich Bürger*innen, Gewerbetreibende, Gemeindemitarbeiter*innen, Vereine und Politiker*innen einbringen. Ziel ist es, Seite an Seite in eine klimagerechte Zukunft zu schreiten. Mittlerweile gibt es bereits zehn thematische Arbeitsgruppen. Diese beschäftigen sich unter anderem mit der Dekarbonisierung in den Bereichen Energie/Wohnen, Mobilität, Ernährung, aber auch mit Themen wie beispielsweise Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft und Soziales.  Die Teilnehmenden können ihre Ideen einbringen und sollen in weiterer Folge Projekte entwickeln und  vorantreiben.

"Mit der Initiative ‘Perchtoldsdorf4future’ wird nicht nur demonstriert, wie eine erfolgreiche Einbindung von Bürger*innen in den lokalen Klimaschutz aussehen kann, sondern es wird ein themenübergreifender und überparteilicher Austausch und Dialog ermöglicht”, beschreibt Mag. Kerstin Reißner, Marktgemeinde Perchtoldsdorf, das neu gegründete Format. "Klimaschutz muss auf allen Ebenen gelebt werden. Dies ist  aber nur möglich, wenn ausreichendes Bewusstsein für die Dringlichkeiten der Klimakrise sowie Klimaschutzmaßnahmen vorhanden ist. Dazu bedarf es der breiten Information, Motivation und Einbindungen aller Interessenvertreter*innen”, betont Vizebürgermeister Christian Apl. Die umfangreichen Maßnahmen der Gemeinde zeigen zudem eindrücklich, welchen Effekt die Klimanotstandsbewegung auf die lokale Ebene hat. Perchtoldsdorf nutzte die Verabschiedung ihres eigenen Klimaschutzmanifest als Katalysator. Die Gemeinde setzte auf ihre langjährige Erfahrung im Klimaschutz und kombinierte diese mit ambitionierten und innovativen Ansätzen, um ihren Beitrag zur Erreichung globaler Klimaschutzziele zu leisten und zu handeln.

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Geschrieben April 2021

Foto: Unsplash