COP27 Sharm el-Sheikh | 6. bis 18. November 2022

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Eine Frage der Solidarität

Die Wahl des Gastgebers für den diesjährigen UN-Klimagipfel ist nicht unkritisch. Die Menschenrechtslage in Ägypten ist ernst und es wird für NGOs immer schwieriger, dort zu arbeiten. Gleichzeitig ist es der erste Klimagipfel seit 2016, der in einem Land des afrikanischen Kontinents stattfindet – in einer Region, deren  Menschen wenig zur Klimakrise beitragen und unverhältnismäßig stark unter ihren Auswirkungen leiden.

An einem Ort, an dem veränderte Niederschlagsmuster die Gesundheit und Sicherheit sowie die Nahrungsmittel- und Wassersicherheit von Hunderten Millionen der weltweit am stärksten gefährdeten Menschen bedrohen, ist es keine Überraschung, dass die COP27 das Thema Verluste und Schäden sowie die Finanzierung von Klimaschutz und Klimaanpassung in den Mittelpunkt rücken wird. Wer wird für die bereits entstandenen Schäden aufkommen? Und wie sollen die notwendigen Anpassungsmaßnahmen finanziert werden? Wir wissen, dass dort, wo das Geld fehlt, auch die Maßnahmen ausbleiben. Regierungen auf der ganzen Welt, die durch eine Pandemie und eine von Russland verursachte Energiekrise in Geldnot geraten sind, werden sich daher schwer tun, angemessene finanzielle Zusagen zu machen. Auch der gerechte Zugang zu Energie wird eine bedeutende Rolle spielen, denn der Krieg in der Ukraine macht es vielen Regierungen noch schwerer, sich von fossilen Brennstoffen abzuwenden. Angesichts der Tatsache, dass unser derzeitiger Weg weit von den Zielen des Pariser Abkommens entfernt ist, wird die COP27 sowohl ein Moment der Wahrheit als auch ein Test für die globale Solidarität sein.

Das Klima-Bündnis wird in Sharm el-Sheikh die Bedürfnisse und Anliegen seiner Mitglieder sowie ihre ehrgeizigen Bemühungen für einen gerechten und umfassenden Klimaschutz zum Ausdruck bringen.