Auftrag

Grafik: Inga-Lill Kuhne, Ecolearn

Transformation des Energiesystems

Um die Erderwärmung nach den Zielen des Pariser Abkommens auf unter 1,5 Grad zu stabilisieren, müssen die Erneuerbaren Energien konsequent und schnell weiter ausgebaut werden – mit dem Ziel 100 % Erneuerbare bis 2030.

Die Transformation des Energiesystems steht vor großen Herausforderungen:

  • Starke Widerstände insbesondere aus der fossilen Energiewirtschaft und damit verbundenen Großindustrien
  • Wenig Impulse aus der aktuellen Bundespolitik für die Beschleunigung der Energiewende

Auf der anderen Seite gibt es auf kommunaler bzw. regionaler Ebene ein großes Potenzial, um die Erneuerbaren zügig weiter auszubauen.

Viele Kommunen und Regionen haben bereits vorgemacht, wie eine lokale Transformation des Energiesystems hin zu einer Versorgung zu 100 % aus Erneuerbaren gelingen kann (z. B. Rhein Hunsrück-Kreis). Als Netzwerk unterstützt Region-N Akteur*innen aus Regionen dabei, dieses Potenzial zu nutzen.


 

Erneuerbar

Erneuerbare Energien sind Energiequellen, die im menschlichen Zeithorizont unerschöpflich zur Verfügung stehen. Dazu gehören Windenergie, Solarenergie, Bioenergie, Wasserkraft, Geothermie und Umweltwärme.

Für eine nachhaltige Energieversorgung – frei von fossilen und atomaren Brennstoffen – müssen Erneuerbare ausgebaut und in allen drei Sektoren, Strom, Wärme und Verkehr genutzt werden.

Uns ist bewusst, dass unser Anspruch „100 % Erneuerbare bis 2030“ für einige Regionen in Deutschland aufgrund politischer Vorgaben eine große Herausforderung darstellt:  

  • Potenziale sind innerhalb der Regionen nicht in allen drei Sektoren – Strom, Wärme und Verkehr – gleich hoch
  • Regionen haben unterschiedliche Voraussetzungen für den Ausbau der Erneuerbaren, z. B. Flächenrestriktion für PV auf Dächern oder für Windenergie in Ballungsräumen

Neben dem beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren unterstützen wir auch die Ausschöpfung von Energieeinsparpotenzialen, z. B. in der Mobilität, Gebäude- und Wärmenutzung. Die Wärmeversorgung in Deutschland basiert heute immer noch primär auf fossilen Brennstoffen. Außerdem fällt ein Großteil des Wärmeenergieverbrauchs in Privathaushalten an. Städte, Kommunen und Regionen spielen eine wichtige Rolle bei der Wärmewende, denn sie können lokale Impulse setzen, indem sie z. B. die energetische Gebäudesanierung oder die Umstellung auf Ökostrom-Heizungen fördern.



Lokal

Erneuerbare Energien haben den großen Vorteil, dass der Strom dort produziert werden kann, wo er verbraucht wird – also in unmittelbarer Nähe der Verbraucher*innen, überall in Deutschland. Die nachhaltige Energieversorgung wird dabei durch eine Vielzahl kleiner, lokaler statt durch wenige zentrale, große Anlagen gewährleistet.

Die Energiewende muss regional verankert sein, mit aktiver Bürger*innenenergie und mit Beteiligungen der Kommunen. Denn Erneuerbare-Anlagen in kommunaler oder Bürgerhand haben Vorteile für die Regionen und die dort lebenden Menschen:

  • Bessere Identifikation der Bürger*innen vor Ort mit den Erneuerbaren
  • Unabhängigkeit von „Energie-Riesen“ und von Energieimporten
  • Stärkung der lokalen (Energie-)Resilienz in Krisensituationen
  • Steigerung regionaler Wertschöpfungseffekte, Pacht- und Steuereinnahmen




Bürgernah

Nur an einer lokalen Energiewende können Bürger*innen teilhaben, sie mitgestalten und von ihr profitieren – auch unter dem Aspekt der Klima- und Ressourcengerechtigkeit. Solche Teilhabe kann z. B. garantiert werden durch

  • Energiegenossenschaften
  • Mieterstrommodelle
  • Energy-Sharing
  • und andere Möglichkeiten der finanziellen Beteiligung

Politische Entwicklungen der letzten Jahre haben die Dynamik der Bürger*innenenergie jedoch ausgebremst:

  • Die Umstellung von der festen Einspeisevergütung auf Ausschreibungen
  • Ausschreibeverfahren (für Solar- und Windenergieanlagen), in denen Energiegenossenschaften kaum Chancen gegenüber großen Anbietern haben.

Außerdem gibt es in aktuell in der Energiewende eine soziale Schieflage:

  • Vor allem Bürger*innen mit Eigenheim profitieren, weil sie von der EEG-Umlage befreit sind
  • Mieter*innen dagegen müssen sie vollumfänglich bezahlen

Deshalb tritt Region-N dafür ein, dass Entscheidungen bezüglich der lokalen Energieversorgung möglichst demokratisch gefällt werden und die nachhaltige Entwicklung der Region im Vordergrund steht. Damit die Energiewende bürgernah und sozialgerecht ist, müssen allerdings auch politische Rahmenbedingungen angepasst werden.

 

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