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12.04.2018

REDD Early Movers – ergebnisbasierte Zahlungen ohne klimarelevante Ergebnisse?

Im Rahmen des Wald- und Klimaschutzinstruments REDD+ bezahlt die deutsche Bundesregierung viel Geld, aber die Ergebnisse sind ernüchternd: Der neue Bericht „REDD Early Movers – ergebnisbasierte Zahlungen ohne klimarelevante Ergebnisse?“ beleuchtet dies anhand von Beispielen aus dem REDD Early Movers-Programm in Brasilien, Ecuador und Kolumbien. Insbesondere Beispiele aus dem brasilianischen Bundesstaat Acre machen deutlich, wie weit sich REDD+ in der Umsetzung von den Versprechen und konzeptionellen Ansätzen entfernt hat, mit denen es seit 2005 als ein Mechanismus der internationalen Klimaschutzpolitik angepriesen wird.

REDD+ verspricht Klimaschutz durch Waldschutz und einer Minderung der Entwaldung. Erfüllt REDD+ diese Erwartung nicht, hat dies Konsequenzen für den Wald und die vom Wald lebenden Menschen sowie in erheblichem Maß für den Klimaschutz.

Die COICA – der indigene Kooperationspartner des Klima-Bündnis – entwickelte bereits 2011 das indigene REDD als ein eigenes alternatives Konzept zum offiziellen REDD+-Prozess. Anhand von konkreten Zahlen aus dem Amazonasgebiet lässt sich die Wirksamkeit dieses Ansatzes untermauern:

  • 25 Prozent der Flächen in Amazonien sind indigene Territorien, in denen die Entwaldungsrate bei lediglich 5 Prozent liegt.
  • Über 30 Prozent des noch gebundenen Kohlenstoffes in Amazonien befinden sich in indigenen Gebieten.
  • Allein die fünf Pilotprojekte für das indigene REDD-Konzept umfassen eine Fläche von über fünf Millionen Hektar Regenwald.


2017 forderte die COICA die Klima-Bündnis-Mitglieder in einem Schreiben auf, das indigene REDD zu unterstützen. Damit soll der Klimawandel wirksam bekämpft sowie indigene Territorien rechtlich abgesichert und geschützt werden.

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Was ist REDD+?
REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation and the role of conservation, sustainable management of forests and enhancement of forest carbon stocks in developing countries, deutsch „Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und Waldschädigung sowie die Rolle des Waldschutzes, der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und des Ausbaus des Kohlenstoffspeichers Wald in Entwicklungsländern“) ist ein seit 2005 auf den Verhandlungen der UN-Klimarahmenkonvention diskutiertes Konzept, mit dem der Schutz von Wäldern als Kohlenstoffspeicher finanziell attraktiv gemacht werden soll.
Die Grundidee von REDD+ sind leistungsbasierte Zahlungen für mess- und überprüfbare Emissionsreduzierungen durch Waldschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern. Dem in den Wäldern gespeicherten Kohlenstoff wird im REDD+-Modell ein monetärer Wert zugewiesen, damit Wälder bei wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen ein höheres finanzielles Gewicht bekommen. Der REDD+-Prozess sieht vor, Waldemissionen zu messen bzw. zu errechnen und anschließend zu bewerten. Hiermit sollen Anreize für die Begrenzung der Waldzerstörung geschaffen werden.
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