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10.04.2019

Klima-Bündnis unterstützt Forest Pledge zum Schutz und Wiederherstellung der Wälder weltweit

Zusammen mit der FERN, eine Organisation, die sich für den Schutz der Wälder und deren Bewohner*innen einsetzt, und mehr als 40 Nichtregierungsorganisationen, Waldexpert*innen und Waldschützer*innen fordert das Klima-Bündnis zukünftige Abgeordnete des Europaparlaments dazu auf, sich für Politiken einzusetzen, die den Schutz der Wälder weltweit fördern und deren Wiederherstellung anstreben.

In den Jahren 2016 und 2017 gingen so viele tropische Bäume verloren, wie niemals zuvor. Alleine in Brasilien wurde 2017 ein Verlust von über 4,5 Millionen Hektar Waldfläche verzeichnet, was umgerechnet 12 Fußballfeldern pro Minute entspricht. Die Hauptgründe des Verlusts sind Abholzungen, um die freiwerdenden Flächen für landwirtschaftliche Zwecke und zur Ausbeutung natürlicher Ressourcen wie Erdöl zu nutzen. Mitverursacherin für diese Entwicklung ist auch die hohe Nachfrage nach Holz, Palmöl, Soja, Rindfleisch, Papier, Kakao und anderen Wirtschaftsgütern in Europa. Zwischen 1990 und 2008 war die EU der größte Importeur von Abholzung in Form von pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen. Doch nicht nur in Südamerika, sondern auch in Europa selbst werden Wälder vernichtet, unter anderem wegen der zunehmenden Nutzung von Holz zur Energiegewinnung.

Wälder besitzen vielfältige Funktionen für Umwelt und Gesellschaft. Sie liefern Nahrung, Wasser, Medizin und Schutz und tragen dabei bei natürliche Kreisläufe zu erhalten und die Biodiversität zu sichern. Ihre Rolle als CO2-Senke gibt ihnen eine große Bedeutung für die Stabilisierung des Weltklimas.

Das Waldversprechen fordert jetzt konkrete Handlungen zum Schutz der Wälder weltweit sowie die Anerkennung und Bewahrung der Lebensräume von Waldbewohner*innen und ihren Landrechte. Die Sicherung der Landtitel und der damit direkt zusammenhängende Erhalt der Regenwälder ist ein aktiver Beitrag zum Schutz indigener Rechte und des globalen Klimas. Zahlen belegen: Iin etwa 80 % der Gebiete mit der größten Biodiversität der Erde leben auch indigene Völker; 30 % des Kohlenstoffs, der allein in der Amazonasregion gespeichert ist, liegt in indigenen Gebieten.

Vom 11.-15. März fand in Nairobi die 4. UN-Umweltversammlung in Nairobi statt. Auch wenn insgesamt 25 Resolutionen im Laufe dieser Tage verabschiedet wurden, musste jene über Abholzung zurückgezogen werden – zu weiten Teilen wohl auch wegen starken Einsprüchen von Staaten wie Brasilien und Indonesien.

Weitere Informationen

Kontakt: s.lunnebach(at)klimabuendnis.org