Indigene Völker

Terminologie

Indigen bedeutet so viel wie „in ein Land geboren“, was den besonderen Bezug aller indigenen Völker zu ihrer natürlichen Umwelt ausdrücken soll. Bis heute bewahren sie ihre eigene Kultur und Sprache, Religion und soziale Organisation. Sie unterscheiden sich von der Mehrheitsbevölkerung und bezeichnen sich selbst als indigen.

Die indigenen Organisationen haben in jahrelanger Überzeugungsarbeit den Begriff „indigene Völker“ gegenüber diskriminierenden Bezeichnungen, wie „Naturvölker“ oder „Indios“ durchsetzen können und unterstreichen damit ihren Anspruch auf Anerkennung als „Völker“ mit eigenem Territorium, eigener Geschichte, Kultur, dem Recht auf Selbstbestimmung und Selbstdefinition. Es gibt keine offizielle oder allgemeingültige Definition für indigene Völker, ihr gemeinsames Anliegen ist die Bewahrung eigener kultureller, sprachlicher und sozialer Elemente, die sich von der jeweiligen nationalen Bevölkerung unterscheiden.


Indigene Regenwaldhüter

Indigene Völker in allen Teilen der Welt gehören zu den Bevölkerungsgruppen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind – und paradoxerweise am wenigsten zu dessen Fortschreiten beitragen. In den internationalen Klimadebatten wird indigenen Völkern eine besondere Rolle zugeschrieben: Sie hüten die „wertvollen“ Wälder, die als CO2 Senke fungieren. Da ihre Existenz in hohem Maße von einer intakten Umwelt abhängig ist, gehen sie dementsprechend nachhaltig und schonend mit ihr um. Als Träger traditionellen Wissens, ist es ihnen gelungen fragile Ökosysteme zu erhalten und zu bewirtschaften.

Dieser Umgang mit dem Regenwald kommt auch den Menschen auf anderen Teilen der Welt zu Gute: Die rechtliche Anerkennung indigener Territorien ist einerseits ihre Existenzgrundlage und gleichzeitig aber auch der effektivste Schutz komplexe Wald-Ökosysteme aufrechtzuhalten, die für die Regulierung von Wetter, Nährstoff-, Boden- und Wasserkreisläufen entscheidend sind. Somit leisten indigene Völker einen großen Beitrag zur Erhalt des globalen Klimas.


Nicht-Kontaktierte Völker und Indigene in freiwilliger Isolation

Heute leben noch über 60 verschiedene Völker, oft bestehend aus nur einigen 100 Individuen, in weitgehender Isolation in Rückzugsgebieten Amazoniens. Sie lehnen den Kontakt mit der restlichen sie umgebenden Gesellschaft ab, oft aufgrund schlechter Erfahrungen wie Gewalttaten, Morden oder tödlichen Krankheiten. 50 bis 70  Prozent überleben eine Kontaktaufnahme nicht. Dies kann zum Verschwinden eines ganzen Volkes führen.

Isolierte Völker sind auf unterschiedlichste Art extrem bedroht. Nicht nur durch „westliche Krankheiten“ wie Masern, Windpocken oder Grippe, sondern auch aufgrund des zunehmenden Drucks auf das Amazonasgebiet. Die räumliche und wirtschaftliche Integration der Regenwälder nimmt unaufhörlich zu. Auch die Ausweisung von Schutzgebieten oder Reservaten kann ihren Schutz nicht immer gewährleisten.

Jede Art den Druck auf das Amazonasgebiet zu mindern, trägt zur Sicherung der Existenz indigener Völker bei.